Wir freuen uns, über den Abschluss eines Projekts berichten zu können, an dem wir gemeinsam mit dem AGFW und drei kommunalen Fernwärmeversorgern teilgenommen haben – und das einige spannende Ergebnisse zu bieten hat.
Der AGFW hat in einem Forschungsprojekt untersucht, ob die datengestützte Analyse von Hausstationen eine sinnvolle Ergänzung oder sogar Alternative zur klassischen Heizungsprüfung nach §60b GEG sein kann. Die Stadtwerke Rosenheim, Nürnberg und Leipzig haben dafür jeweils zeitlich aufgelöste Messdaten von insgesamt 12 Hausstationen über ein volles Jahr bereitgestellt. Parallel dazu wurde in denselben Gebäuden eine konventionelle Heizungsprüfung durch Fachexperten durchgeführt.
Mehrere Softwareanbieter wurden eingeladen, die Messdaten auszuwerten, Fehlbetriebe zu erkennen und Optimierungsvorschläge zu entwickeln. Wir haben uns dieser Aufgabe mit unserem Digital-Twin-Ansatz gestellt und dürfen uns über ein sehr gutes Abschneiden freuen.
Die Ergebnisse bestätigen, was wir in der täglichen Arbeit mit Netzbetreibern immer wieder beobachten: In Fernwärmesystemen steckt erhebliches Optimierungspotenzial, das sich mit den richtigen Analysetools effizient und ohne großen Vor-Ort-Aufwand erschließen lässt. Fernauslesbare Wärmezähler liefern die Datenbasis, die dafür benötigt wird, von der Erkennung suboptimaler Einstellungen bis hin zu konkreten Handlungsempfehlungen für den Netzbetrieb.
Niedrige Rücklauftemperaturen, ein gleichmäßiger Druckverlust und gut eingestellte Hausstationen zahlen direkt auf Netzverluste, Systemeffizienz und die Kapazität für erneuerbare Energiequellen ein. Das Projekt zeigt, dass sich diese Ziele mit datengestützter Analyse schnell und praktisch erreichen lassen.
Beim heatbeat Digital Twin kombinieren wir kontinuierliche Messdatenauswertung mit physikalischer Netzmodellierung. Wir erkennen nicht nur Abweichungen im Betrieb, sondern können auch einordnen, warum sie auftreten und welche Maßnahmen tatsächlich helfen. Das AGFW-Projekt hat gezeigt, dass genau dieser Ansatz, unkompliziert, skalierbar und datengestützt, eine echte Wirkung erzielt.
Ein herzliches Dankeschön geht an den AGFW für die Initiative und die sorgfältige Projektdurchführung sowie an die Stadtwerke Rosenheim, die N-ERGIE aus Nürnberg und die Leipziger Stadtwerke für die Bereitstellung der Messdaten. Ohne diese Offenheit und Kooperationsbereitschaft wäre ein praxisnaher Vergleich verschiedener Analysemethoden nicht möglich gewesen.
Immer mehr Betreiber haben fernauslesbare Zähler im Einsatz und damit die Grundlage für genau die Art von Analyse, die dieses Projekt demonstriert hat. Die Potenziale sind real und unmittelbar nutzbar: bessere Anlageneinstellungen, geringere Netzverluste, mehr Kapazität für erneuerbare Energien.
Mit dem heatbeat Digital Twin bieten wir eine Plattform, die genau dafür ausgelegt ist, nicht als einmalige Prüfung, sondern als kontinuierlicher Begleiter im laufenden Netzbetrieb. Wer mehr erfahren möchte, findet den Abschlussbericht direkt beim AGFW: www.agfw.de/forschung/60b-geg