Kommunale Wärmeplanung für die Gemeinde Bad Essen

Karte des Wärmenetzes

Short Facts

Laufzeit

März 2025 - Dezember 2025

Für die Gemeinde Bad Essen wurde in Zusammenarbeit mit der EMCEL GmbH die kommunale Wärmeplanung durchgeführt.

Projektaufbau und -ablauf

Im Rahmen des Projekts wurde zunächst eine umfassende Bestandsanalyse aller zu versorgenden Gebäude durchgeführt. Dabei wurden die Wärmeverbräuche bzw. Wärmebedarfe, die bestehenden Heizsysteme sowie gebäudespezifische Informationen wie Nutzungsart, Baualter und Sanierungsstand erfasst. Zur Präzisierung der Datenerhebung kam ein digitaler Fragebogen zum Einsatz.

Darauf aufbauend erfolgte eine Potenzialanalyse, die sowohl Energieeinsparungen durch Sanierung und Optimierung als auch lokal verfügbare Potenziale für erneuerbare Energien und Abwärme identifizierte. Diese wurden gebietsscharf visualisiert, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen.

Im nächsten Schritt wurde das Zielszenario für die kommunale Wärmeplanung entwickelt. Dieses umfasst eine georeferenzierte Darstellung der zukünftigen Wärmeversorgung, die Eignungsgebiete für dezentrale Einzelversorgung und Wärmenetze, stadtentwicklungspolitische Zielsetzungen sowie konkrete Maßnahmenvorschläge mit Kurzbeschreibungen. Zusätzlich wurden die mögliche Treibhausgas-Minderung, ein Kostenrahmen und Finanzierungsoptionen ermittelt.

Im Zentrum der Gemeinde Bad Essen wurde eine eingehende Prüfung der Errichtung eines Wärmenetzes mit der Wärmeerzeugung mittels einer Gewässer-Wärmepumpe durchgeführt, die zu einem positiven Ergebnis führte, sodass für Bad Essen ein zukünftiges Wärmenetzgebiet ausgewiesen wurde. Zusätzlich wurde ein Prüfgebiet ausgewiesen, in dem die Errichtung eines Wärmenetzes unter Einbindung industrieller Abwärme in weiteren Gesprächen zu prüfen ist.

Die Wärmewendestrategie konkretisiert den Weg zur Umsetzung des Zielszenarios. Hierzu wurden Wärmesenken und -quellen zusammengeführt, ein Transformationspfad anhand von Stützjahren dargestellt und Maßnahmen zur kurzfristigen Umsetzung priorisiert. Als konkrete Schritte zur Umsetzung wurden unter anderem folgende Punkte benannt:

  • Machbarkeitsstudien für Wärmenetze (inkl. BEW-Förderung) für die Wärmenetzgebiete und das Prüfgebiet

  • Koordination mit dem Unternehmen, welches industrielle Abwärme bereitstellen kann

  • Informationsangebote für Gebäudesanierung und Heizsysteme

Begleitend zu diesen technischen Arbeitspaketen hat der Projektpartner EMCEL GmbH die Öffentlichkeitsarbeit, das Akteursmanagement und das Projektmanagement betreut. Gemeinsam mit heatbeat und EMCEL fanden interaktive Workshops mit kommunalen und regionalen Akteuren statt, in denen Zwischenergebnisse präsentiert und gemeinsam weiterentwickelt wurden. Den Abschluss bildeten die Berichtserstellung und eine Bürgerinformationsveranstaltung vor Ort.

Einsatz des Digital Twin

Der heatbeat Digital Twin bildete die zentrale Plattform zur Visualisierung und Analyse aller projektbezogenen Daten. Durch die blockscharfe Abbildung der Gebäudeinformationen sowie der erneuerbaren Potenziale konnte eine präzise und transparente Entscheidungsgrundlage geschaffen werden. Der Digital Twin ermöglichte zudem die georeferenzierte Darstellung des Zielszenarios und unterstützte die Entwicklung eines realistischen Transformationspfads für die kommunale Wärmewende.

Stadtteile
17
Einwohnerzahl
16265
Gesamtwärmebedarf Bestand
~ 324 GWh
Reduktionspotential
~ 18 %
CO2 Einsparungspotential
~ 91 %
Anzahl Gebäude
5782