Im Rahmen des Projekts wurde zunächst eine umfassende Bestandsanalyse aller zu versorgenden Gebäude durchgeführt. Dabei wurden die Wärmeverbräuche bzw. Wärmebedarfe, die bestehenden Heizsysteme sowie gebäudespezifische Informationen wie Nutzungsart, Baualter und Sanierungsstand erfasst. Zur Präzisierung der Datenerhebung kam ein digitaler Fragebogen zum Einsatz. Alle erhobenen Daten wurden adressscharf im heatbeat Digital Twin verarbeitet und datenschutzkonform zu Gebäudeblöcken aggregiert und der Verbandsgemeinde Rheinauen zur Verfügung gestellt. Darauf aufbauend erfolgte eine Potenzialanalyse, die sowohl Energieeinsparungen durch Sanierung und Optimierung als auch lokal verfügbare Potenziale für erneuerbare Energien und Abwärme identifizierte. Diese wurden gebietsscharf visualisiert, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen.
Im nächsten Schritt wurde das Zielszenario für die kommunale Wärmeplanung entwickelt. Dieses umfasst eine georeferenzierte Darstellung der zukünftigen Wärmeversorgung, die Eignungsgebiete für dezentrale Einzelversorgung und Wärmenetze, stadtentwicklungspolitische Zielsetzungen sowie konkrete Maßnahmenvorschläge mit Kurzbeschreibungen. Zusätzlich wurden die mögliche Treibhausgas-Minderung, ein Kostenrahmen und Finanzierungsoptionen ermittelt. In drei der vier Ortsgemeinden wurden in den Ortskernen jeweils Wärmenetzgebiet ausgewiesen (Altrip, Neuhofen und Waldsee), in der vierten Ortsgemeinde ein Wärmenetz-Prüfgebiet (Otterstadt). Da im Verbandsgemeindegebiet die Planung von einer Tiefen-Geothermiebohrung zur Fernwärmeversorgung der nahegelegenen Stadt Speyer bereits in Planung ist, wurden auch Wärmenetzvarianten mit der Wärmebereitstellung aus Tiefen-Geothermie berechnet und analysiert.
Die Wärmewendestrategie konkretisiert den Weg zur Umsetzung des Zielszenarios. Hierzu wurden Wärmesenken und -quellen zusammengeführt, ein Transformationspfad anhand von Stützjahren dargestellt und Maßnahmen zur kurzfristigen Umsetzung priorisiert. Unter die konkreten Schritte für die Umsetzung wurden unter anderem folgende Punkte konkretisiert:
· Machbarkeitsstudien für Wärmenetze (inkl. BEW-Förderung) für die Wärmenetzgebiete und das Prüfgebiet,
· Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung,
· Koordination mit dem Unternehmen, welches die Planung für die Tiefen-Geothermie durchführt,
· Informationsangebote für Gebäudesanierung und Heizsysteme.
Begleitend zu diesen technischen Arbeitspaketen hat der Projektpartner EMCEL GmbH die Öffentlichkeitsarbeit, das Akteursmanagement und das Projektmanagement betreut. Gemeinsam mit heatbeat und EMCEL fanden interaktive Workshops und Bürgerinformationsveranstaltung mit kommunalen und regionalen Akteuren statt, in denen Zwischenergebnisse präsentiert und gemeinsam weiterentwickelt wurden. Insgesamt wurden vier Bürgerinformationsveranstaltungen, welche in hybrider Form in Präsenz und als Online–Zuschaltung angeboten wurden, und drei Akteur-Workshops vor Ort abgehalten. Zum Schluss wurden die Ergebnisse in den politischen Räten der vier Ortsgemeinden einzeln vorgestellt.
Der heatbeat Digital Twin bildete die zentrale Plattform zur Visualisierung und Analyse aller projektbezogenen Daten. Durch die blockscharfe Abbildung der Gebäudeinformationen sowie der erneuerbaren Potenziale konnte eine präzise und transparente Entscheidungsgrundlage geschaffen werden. Der Digital Twin ermöglichte zudem die georeferenzierte Darstellung des Zielszenarios und unterstützte die Entwicklung eines realistischen Transformationspfads für die kommunale Wärmewende.