Transformationsplan Wärmenetz Taufkirchen-Bergham

Karte des Wärmenetzes

Short Facts

Laufzeit

Mai 2025 - April 2026

Für die Bayernwerk Natur GmbH wurde für das bestehende Wärmenetz in Taufkirchen-Bergham ein Transformationsplan gemäß BEW erstellt. Zur Dekarbonisierung des Netzes sollen verschiedene Potenziale erneuerbarerer Energien beitragen, die im Variantenvergleich bewertet und in Vorzugsvarianten detailliert wirtschaftlich bewertet wurden. 

Projektaufbau und -ablauf

Für die Bayernwerk Natur GmbH wurde ein Transformationsplan gemäß den Anforderungen der Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) für das Bestandswärmenetz Taufkirchen-Bergham erstellt. Das seit 1997 betriebene Netz versorgt aktuell rund 500 Wohneinheiten in 13 Gebäuden und wird schrittweise auf mindestens 30 % erneuerbare Energien bis 2030 und 100 % bis 2045 umgestellt. Dafür wurde das Bestandsnetz (orange gefärbtes Gebiet) im heatbeat Digital Twin abgebildet und mit Messdaten kalibriert. Auf dieser Grundlage wurde eine Netzerweiterung südlich des Bestandsnetzes (blau gefärbtes Gebiet), über die zusätzlich rund 100 Wohneinheiten in 45 Gebäuden angeschlossen werden können, geplant.

Umfang der Leistung

Der Transformationsplan umfasste die Bestandsaufnahme des Wärmenetzes, eine Potenzialanalyse erneuerbarer Wärmequellen sowie eine SOLL-Analyse mit ökonomischer und ökologischer Bewertung der untersuchten Erzeugervarianten. Daraus wurde ein Pfad zur Treibhausgasneutralität mit den Wegmarken 2030, 2035, 2040 und 2045 abgeleitet. Abschließend wurde die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Vorzugsvariante über 30 Jahre bewertet.

Zur Sicherstellung der Förderfähigkeit wurden Methodik und Ergebnisse gemäß den Vorgaben des BEW-Transformationsplans nach BAFA Richtlinien dokumentiert, ergänzt und ausgearbeitet.

Ergebnis und Ausblick

Als Vorzugsvariante wurde ein Erzeugungskonzept mit einer Grundwasser-Wärmepumpe in Kombination mit dem Bestands-Gaskessel zur Spitzenlastdeckung identifiziert. Die damit verbundene Elektrifizierung der Wärmeerzeugung trägt perspektivisch erheblich zur Reduktion der CO2-Emissionen des Netzes bei. Ab 2045 wird der verbleibende Spitzenlastanteil des Gaskessels von Erdgas auf Biomethan umgestellt, sodass das Netz vollständig auf erneuerbaren Energien betrieben wird.

Einsatz des Digital Twins

Der heatbeat Digital Twin spielte eine zentrale Rolle im Projekt. Er ermöglichte die strukturierte Erfassung und Visualisierung aller relevanten Informationen – von den potenziellen Anschlussnehmenden über die bestehende Infrastruktur bis hin zur geplanten Trassenführung. Durch die digitale Abbildung des Versorgungsgebietes konnten Varianten effizient verglichen und die Planung transparent gestaltet werden.

Anzahl Gebäude
58
Wärmeabsatz Gebäude
~ 6,0 GWh
Länge Wärmenetz
2,2 km
Wärmequellen
Grundwasser, Biomethan
Leistung Erzeuger
3,0 MW
Energiezentralen
1